Letzten Monat fand bei uns im Schulgebäude und Garten stimmungsvolles Mittelalterfest statt, bei dem die Schülerinnen und Schüler in die Welt des Mittelalters eintauchten. In passenden Gewändern wurden ihnen historische Bräuche, Handwerkskunst, Spiele und musikalische Darbietungen präsentiert und sie konnten auch aktiv werden. Das Fest bot den Kindern die Möglichkeit, Geschichte auf kreative und lebendige Weise zu erleben. Gleichzeitig wurden Teamarbeit, Eigeninitiative und die Freude am gemeinsamen Lernen gefördert. Die Veranstaltung fand großen Anklang bei Eltern, Lehrkräften und Gästen und machte das Mittelalter für alle Beteiligten anschaulich erlebbar.
Unser Dank gilt allen beteiligten Personen, die sich viel Mühe gegeben und Zeit genommen haben, um diese zwei Tage besonders zu machen!
Spiele
Bei der Spiele-Station konnten die Schüler:innen beim Sackhüpfen, Dosenwerfen und Zielwerfen und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Nach positiver Absolvierung der Stationen und der zugehörigen Quiz-Fragen wurden sie zum Ritter geschlagen.
Chor
Auch die Schülerinnen des Freigegenstandes „Chor“ haben sich in den vergangenen Wochen im Unterricht musikalisch auf das Mittelalterfest eingestimmt. Somit war es eine ganz besondere Möglichkeit, die vorbereiteten Stücke im Zuge der Events beim Mittelalterfest vorzutragen.
Handwerk wie im Mittelalter
An diesem Marktstand konnten die Schülerinnen und Schüler selbst handwerklich tätig werden und einen mittelalterlichen Kerzenständer aus Modelliermasse gestalten. Mit großer Begeisterung und viel Fantasie entstanden dabei zahlreiche einzigartige Kunstwerke, die beim Abschlussfest unseres Mittelaltermarktes stolz präsentiert wurden und dann als Erinnerung an die mittelalterlichen Projekttage mit nach Hause genommen werden durften.
Hexerei oder Kräuterkunde?
Ein geheimnisvoller Duft lag in der Luft der 2a, in der der Kräuterstand zu finden war.
Gemeinsam tauchten die Schülerinnen und Schüler in die faszinierende Welt der Heilpflanzen ein. Sie hörten spannende Anekdoten über die Wirkung von Kräutern im Mittelalter und erfuhren, welche Pflanzen heute noch in Medizin oder Küche verwendet werden.
Für Staunen sorgte ein Experiment mit Malvenblütentee: Plötzlich wechselte dieser seine Farbe! War das Magie? Hexerei? Nein, hinter dem scheinbaren Zauber steckte spannende Naturwissenschaft.
Zum Schluss durften alle selbst zu Kräuterkundigen werden. Riechen, Fühlen und Wundern waren ausdrücklich erlaubt! So wurde das Kräuterwissen auf faszinierende Weise erlebbar.
Die Schreibstube
Beim Mittelaltermarkt durfte auch die mittelalterliche Schreibstube nicht fehlen. Die Schülerinnen und Schüler tauchten zunächst mithilfe von Bildern und spannenden Erzählungen in die Welt der mittelalterlichen Schreiber ein. Dabei erfuhren sie, wie aufwendig und mühsam das Anfertigen von Büchern damals war und welche wichtige Rolle die Schreibstuben in Klöstern spielten. Ebenso wurde erklärt, wie die Erfindung des Papiers und später des Buchdrucks das Ende dieser kunstvollen Handarbeit einleitete.
Im Anschluss durften die Kinder selbst aktiv werden: Mit Feder und Tinte versuchten sie sich an ersten Schreibübungen und lernten sogar eine mittelalterliche Schrift näher kennen. Mit viel Geduld, Konzentration und Begeisterung entstanden dabei beeindruckende Schriftstücke – und das eine oder andere Schreibtalent kam dabei zum Vorschein.
Ritterzeugnis
Auch beim Stand „Ritterzeugnis“ tauchten die Schülerinnen und Schüler in die spannende Welt des Mittelalters ein. Sie erhielten interessante Einblicke in das Leben der Ritter, Burgen und die Besonderheiten vergangener Zeiten. Anschließend konnten sie ihr Wissen bei einem „Wahrheit oder Mythos“-Quiz rund um das Mittelalter unter Beweis stellen und spielerisch herausfinden, welche Vorstellungen tatsächlich der Wahrheit entsprechen.
Nachdem das Quiz sowie die Spiele des dazugehörigen Standes erfolgreich absolviert worden waren, wartete ein ganz besonderes Highlight auf die Kinder: Zur feierlichen Musik wurden sie stolz zum Ritter bzw. zur Ritterin „geschlagen“.
Bogenschießen
Beim mittelalterlichen Bogenschießen konnten die Schüler selbst ausprobieren, wie man mit Pfeil und Bogen zielt und schießt. Die Schüler hatten viel Spaß daran, die Bögen auszuprobieren und ihre Treffsicherheit zu testen. So bekamen sie einen spannenden Einblick in das Leben und die Waffen des Mittelalters.
Katapult
Bei einer Station tauchten die Schülerinnen und Schüler tief in die Welt der mittelalterlichen Konstrukteure ein. Nach dem eigenhändigen Bau kleiner Katapulte aus Holzspateln stellten sie ihre Treffsicherheit an einer hölzernen Burgwand auf die Probe. Als krönender Abschluss wartete im Schulgarten ein echtes, großes Trebuchet, das von allen begeistert ausprobiert wurde.
Religion im Mittelalter
Zum 800 Jahr Jubiläum des hl. Franz von Assisi war es sehr passend, die Lebens- und Glaubenswelt des Mittelalters in den Blick zu nehmen. Die Schüler/innen lernten die damalige Gesellschaftsordnung kennen, verfolgten den Weg eines Pilgers nach Santiago und konnten anhand eines Modells den Baustil der Romanik sehen. Mit Hörbeispielen von lateinischen Chorgesängen ließ sich die liturgische Stimmung in einer Klosterkirche erahnen. Zwar war es natürlich nicht möglich, eine echte biblische Handschrift zu zeigen, aber Faksimile-Blätter luden dazu ein, sich im Lesen der alten Schriften zu versuchen. Auch schwierige Zeiten des Mittelalters und Krisen im religiösen Kontext wurden thematisiert. Den Abschluss bildete die Person des hl. Franziskus: eine Schilderung der Vita, seiner Lebensziele und seiner möglichen Vorbildwirkung für unseren Alltag rundete das Thema ab.
Ritter
Die SchülerInnen erhielten viel Hintergrundwissen über den Werdegang und das Leben der Ritter. Besonders spannend und beeindruckend war es dann, sich einmal mit Helm, Kettenhemd, Schwert und Schild gekleidet in einen Ritter zu verwandeln.
Widersprüchliches Mittelalter
Das Mittelalter wird oft entweder romantisiert oder als besonders finster dargestellt. Einerseits gilt es als Zeit von Rittern, Burgen und höfischer Kultur, andererseits verbindet man es mit Krieg, Krankheit und Aberglauben. Beide Bilder vereinfachen die Wirklichkeit, denn das Mittelalter war eine vielfältige Epoche mit kulturellen Fortschritten ebenso wie großen sozialen Problemen.

















































